Drei russische Entwickler haben eine absolut neue Technologie entwicklelt, die den Raubkopierern bei auffäligem Vorgängen die Verbindung zu anderen Rechnern blockiert.
Die weltgrößte Computer- und Softwarefirma “Microsoft” unterstützt das Unternehmen mit einigen finanziellen Mitteln. Dmitry Shuvaew, Andrei Klimenko und Alexei Klimenko haben das Unternehmen “The Pirate Pay” vor kurzer Zeit gegründet, welches die Piraterie über “Bittorrent” bekämpfen soll. Wie die Entwickler jetzt angaben, haben sie 100 Tausend Dollar von Microsoft, und umgerechnet 34 Tausend von Russischen Fonds zur Unterstützung kleiner innovativer Unternehmen (Bortnik Fonds) erhalten. Innerhalb von vier Wochen soll die Technik der Firma umgerechnet 50 Tausend Downloads des Films “Vysotsky: Thanks go God I’m Alive” verhindert haben. Die Firmengründer möchten pro Auftrag zwischen 12’000 und 50’000 US-Dollar kassieren.
Wie genau die Technologie des Unternehmens arbeitet, verrieten die Gründer nicht. “Wir haben eine Reihe von Servern benutzt, um Verbindungen zu den P2P-Clients herzustellen, die den Film normalerweiße verteilten”, sagte Andrei Klimenko, “Danach verschickten Wir Datenpakete, um die Clients durcheinanderzubringen, wodurch ihnen die richtigen IP-Adressen anderer Clients verborgen blieben, so dass sie sich nicht mehr miteinander verbinden konnten”. Das Online-Magazin “Theregister.co.uk” bringt das zu der Frage, ob sich das Angebot in einer rechtlichen Grauzone bewegen könnte, denn Denial-of-Service-Attacken seien beispielsweise in Australien illegal. Allerdings müssen sich Angreifer und Opfer in Australien befinden. Anspielung im Namen von “The Pirate Pay” ist eine Anspielung auf den Namen der Website “The Pirate Bay”, auf der sich kleine Dateien, die auch “Torrents” genann werden, finden lassen, mit deren Hilfe sich geschützte Inhalte herunterladen lassen. Den Betreibern hatte das damals sehr hohe Strafen eingebracht.
Das Programm “Bittorrent” ist ein Kommunikationsprotokoll, das den Austausch von Dateien im Internet erleichtert. Anders als beispielsweise bei One-Click-Hostern wie “RapidShare” werden die Dateien nicht mehr zentral gespeichert, sondern auf den Computern der Nutzer vorgehalten. Dateien werden in kleine Teile zerlegt; alle Surfer, die sich für diese Datei interessieren, bilden einen Schwarm, in dem alle einander solche Stückchen weitergeben, die dann schliesslich auf vielen Rechnern viele vollständige Kopien bilden. Je grösser der “Schwarm” ist, desto rascher vermehren sich die Kopien. Weil Nutzer auch Dateien hochladen, machen sie sich in Deutschland strafbar, wenn es sich um geschützte Inhalte handelt. Das reine Herunterladen auf den Computer über einige One-Click-Hoster ist hingegen in der Schweiz noch nicht offiziell kriminalisiert worden.

Mai 15th, 2012
